Wer kein Experte ist, dem fällt es natürlich auch nicht unbedingt leicht einzuschätzen, was man beim Kauf eines Camcorders alles berücksichtigen sollte. Für das ungeübte Auge ist es vor allem auch schwierig, das passende Modell für einen bestimmten Verwendungszweck auszumachen und sich nicht von Werbemaßnahmen blenden zu lassen. Zur Kontrolle genügt oft schon ein Blick ins Datenblatt des Geräts. Doch worauf muss ich achten? Viele Camcorder haben beispielsweise eine Auflösung von 5 Megapixeln oder mehr. Doch für Videoaufnahmen ist diese Auflösung völlig uninteressant. Die Bezeichnungen „HD“ oder „Full HD“ sind außerdem nicht automatisch gleichbedeutend mit guten Aufnahmen! Da es insgesamt sehr viele Dinge gibt, die beim Kauf eines Camcorders zu beachten gibt, haben wir im Folgenden eine grobe Anleitung verfasst, die Ihnen sicher sehr hilfreich sein wird.

Camcorder Kaufberatung

Acht Punkte, auf die Sie beim Kauf eines Camcorders immer achten sollten

#1 Die Videoauflösung

Wenn Sie vorhaben, viele Videos zu drehen und in Sachen Videoqualität keine Abstriche zu machen, sollten Sie sich auf jeden Fall für einen Camcorder entscheiden, der eine Auflösung von mindestens 1.920 x 1.080 Pixeln (Full-HD) besitzt. Der Unterschied zwischen HD und Full-HD Aufnahmen ist schon bei einem 40 Zoll großen Fernseher ganz deutlich zu erkennen.

Wichtiger Hinweis: Wer erstklassige Videoaufnahmen machen möchte, braucht bestenfalls auch einen HD-Fernseher, aber vor allem einen modernen, leistungsstarken Rechner, da alte Computer zu wenig Rechenleistung besitzen. Haben Sie also einen etwas älteren Rechner zu Hause stehen und haben auch nicht vor, sich einen neuen zuzulegen, sollten Sie sich einen weniger hochauflösenden SD-Camcorder kaufen.

Eine Aufnahmerate von 50 Bildern pro Sekunde sichert Ihnen bereits flüssige Aufnahmen.

Wie schon erwähnt, stehen die Bezeichnungen „HD“ oder „Full HD“ nicht allein für gute Videoqualität. Zwei mindestens genauso wichtige Faktoren sind ein hochwertiges Objektiv und ein großer Bild Chip.

#2 Der Bild Chip

Für wirklich hochwertige Aufnahmen sollte man zu einem ½ Zoll Bild Chip greifen. Alles darunter hat zwar den Vorteil, handlicher zu sein, jedoch leidet hier erheblich die Bildqualität.

#3 Das Objektiv

Viele lassen sich in Sachen Zoom schnell von vermeintlich beeindruckenden Zahlen blenden.

Hier die Wahrheit: Ein beispielsweise vierzigfacher digitaler Zoom sagt nichts über die Qualität des Objektivs aus. Die Vergrößerung ist nur das Ergebnis einer starken Vergrößerung der Pixel, worunter automatisch die Bildqualität leidet!

Wird Ihnen also für wenig Geld ein sehr hoher Zoom-Faktor versprochen, müssen Sie davon ausgehen, dass es sich um digitalen Zoom und nicht um den optischen Zoom handelt. Deshalb reicht gerade bei günstigen Einsteigermodellen ein Objektiv mit 10-fachem digitalem Zoom vollkommen aus. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, Camcorder mit einem 40-fachen Zoom zu erwerben. Doch auch mit Stativ wird die Bildqualität irgendwann stark nachlassen! Sparen Sie also am richtigen Ende und lassen sich kein Gerät mit unnötig hohem digitalen Zoom aufschwatzen. Weniger ist hier eindeutig mehr!

Ihr Augenmerk sollte vielmehr auf dem optischen Zoom liegen, da dieser wirklich entscheidend für die Bildqualität ist. Hier ist das Spektrum der Brennweite entscheidend. Für Innenraumaufnahmen benötigt man eine möglichst niedrige Brennweite (Weitwinkel). Die teureren Camcorder Modelle starten bei 30 mm, die günstigeren Varianten findet man bereits ab 40 mm. Der Höchstwert gibt an, wie weit man optisch zoomen kann – und das ohne eine verschlechterte Bildqualität.

Für rauscharme Aufnahmen eignet sich am besten eine lichtstarke Offenblende mit f1.8.

Einsteiger sollten beachten, dass man bei einem sehr preiswerten Camcorder nicht erwarten kann, ein hochwertiges Objektiv zu bekommen.

#4 Der Bildstabilisator

Camcorder ohne oder mit schlechtem Bildstabilisator machen leider unscharfe, verwackelte Aufnahmen. Deshalb raten wir Ihnen, verschiedene Camcorder selbst auszuprobieren und unter Extrembedingungen auf ihren Bildstabilisator zu testen. Zoomen Sie hierfür so weit wie nur möglich heraus und nehmen ein Video auf! So können Sie sich sicher sein, in dieser Hinsicht nicht enttäuscht zu werden.

#5 Der Speichermedium & Speicherformat

Achten Sie am besten darauf, dass Sie einen Camcorder mit modernem Datenträger erwerben. Mit der Entscheidung für ein Speichermedium legt man außerdem das Aufnahmeformat fest und entscheidet letztendlich über die Fähigkeiten des Camcorders. Auf dem Markt haben sich aktuell vor allem Festplatten, Magnetkassetten und DVDs, aber auch die preisgünstigeren Einsteigercamcorder mit SD-Speicherkarte durchgesetzt. Einige Hersteller bieten mittlerweile sogar Kameras mit zwei integrierten Speichermedien an, da jedes seine ganz speziellen Vor- und Nachteile hat.

Möchten Sie mehr über die verwendbaren Speichermedien und deren Eigenschaften erfahren, lesen Sie doch bitte folgenden Artikel: SD-Karte, Festplatte & Co. – Speichermedien für Camcorder und ihre Eigenschaften

#6 Anschlüsse & Zubehör

Prüfen Sie vor dem Kauf unbedingt, ob der gewünschte Camcorder auch alle für Sie notwendigen Anschlüsse besitzt. Wenn Sie Ihren Camcorder an den Fernseher anschließen möchten, benötigen Sie dafür einen HDMI Anschluss. Ein sogenannter „Zubehörschuh“ auf der Oberseite der Kamera bietet die Möglichkeit, zum Beispiel eine LED-Leuchte oder ein Mikrofon anzubringen. Diese seigern die Aufnahmequalität bei schwierigen Bedingungen enorm. Ein Kopfhörereingang und ein USB Anschluss können auch von Nutzen sein.

#7 Die Beleuchtung bei Nacht

Da Camcorder sehr oft nur die etwas veraltete Infrarotleuchte oder einen kurzen Lichtblitz zu bieten haben, sind leicht grünstichige oder verschwommene Nachtaufnahmen keine Seltenheit. Eher im Gegenteil! Wer gute Nachtaufnahmen möchte, sollte sich stattdessen für eine LED Leuchte entscheiden, die sich mithilfe des Zubehörschuhs anbringen lässt. Diese hellt die Umgebung auf natürliche Weise auf und ermöglicht weitaus schönere Aufnahmen.

#8 Gewicht, Akku und Display

Da das Halten einer Kamera ab einem gewissen Gewicht in einem kleinen Kraftakt endet, empfehlen wir Ihnen, sich entweder für ein leichtes Modell bis zu 600 g zu entscheiden, oder sich ein zusätzliches Stativ zu besorgen. Um herauszufinden, ob die gerade getätigten Aufnahmen auch scharf sind, braucht man natürlich auch ein gutes Display. Wir empfehlen eines, das mindestens 3 Zoll groß ist und 460 000 Subpixel enthält. Sie hätten gerne einen Touchscreen? Kein Problem! Auch Camcorder mit Touchscreen sind im Handel erhältlich. Heutzutage kann man erwarten, dass ein Camcorder mindestens 90 Minuten durchhält. Mit weniger Akkulaufzeit sollte man sich eigentlich auch nicht zufrieden geben.

Na dann kann ja nichts mehr schiefgehen! Wir wünschen viel Erfolg bei der Suche!