Berufsbild Cutter

1. Was ist ein Cutter oder Filmeditor?

Bei Film- und Fernsehwerken handelt es sich beim Schnitt, der Montage und dem Editing um die schöpferischen und eigenverantwortlichen Tätigkeitsbereiche in enger Zusammenarbeit mit der Regie. Die Hauptaufgabe der Cutter oder auch Filmeditoren liegt in der Montage all der gefilmten Szenen und in der Herstellung einer nachvollziehbaren Verbindung der einzelnen Filmabschnitte. Da erst im Schnitt Drehbuch, Kamera- und Regiekonzeption überprüfbar sind, erfordert dieser Beruf ein gutes Maß an Empathie, aber auch kritische Distanz und analytisches Einschätzungsvermögen.

2. Voraussetzungen für eine Tätigkeit als Filmeditor

Trotz der inzwischen hauptsächlich digitalen Arbeit eines Film- oder Videoeditors haben sich die Anforderungen an die kreativen Fähigkeiten nicht verändert. Sowohl das schnell Einarbeiten in verschiedene inhaltliche Themenbereich, als auch ein gutes Einfühlungs- und Analysevermögen, gelten als essenzielle Grundlagen. Außerdem sind ein Basiswissen in der Bild- und Tonaufzeichnungstechnik, sowie ein bildästhetisches Urteilsvermögen notwendig. Editoren und Schnittassistenten brauchen auch ein umfassendes über filmtechnische Abläufe und Zusammenhänge – egal ob es um Effekte, Titel, Synchronisation, Vertonung oder Tonmischung geht. Da die technischen Hilfsmittel sich stetig weiterentwickeln, werden für alle Editoren regelmäßig Weiter- und Fortbildungen notwendig.

Seit 1996 gibt es, neben dem Abschluss an einer staatlichen Filmhochschule für die Fachrichtung Schnitt, auch eine staatlich anerkannte Berufsausbildung zum Film- und Videoeditor. Diese bildet, zusammen mit einer Tätigkeit als Schnittassistenz, die Grundlage für den Beruf des Filmeditors.

3. Der Aufgabenbereich

Die verschiedenen Aufgaben eines Editors gliedern sich in zwei Hauptbereiche. Im daramturgisch-erzählerischer Bereich, der sich mit der Ausarbeitung des Filmkonzepts und dessen Umsetzung im Schnitt beschäftigt, spaltet sich die Hauptarbeit in zwei Teile auf:

1. Rohschnitt

Ein Filmeditor muss hier die Wirkungen verschiedener Szenen beurteilen können, um später ihren Ablauf, ihre Dramaturgie und ihren Rhythmus herzauszuarbeiten. Auch, wenn sich der Gesamtablauf noch nicht nach dem Drehbuch richtet, werden schon bei dieser frühen Schnittfassung des Filmes Entscheidungen über die letztendliche Erzählform getroffen. Alle weiteren Veränderungen der Erzählstruktur des Films erfolgen danach durch eine Neuordnung von Schnittfolgen, Umschnitte und Kürzungen.

Hier wird sozusagen die Hauptarbeit der Montage geleistet. Sobald der erste Rohschnitt vorliegt, nimmt die Vision vom fertigen Film erste Konturen an, es wird klar, was gemeint ist und was der Film sagen will.

2. Feinschnitt

Beim Feinschnitt arbeitet der Filmeditor kleine Verbesserungen in die Rohschnittfassung ein. Dazu gehören Verlängerungen, Kürzungen, und kleinere Umstellungen von Szenen. In diesen Arbeitsschritten werden Tempo, Rhythmus und Timing des Film exakt aufeinander abgestimmt. Während der Film nach dem Rohschnitt sagt, was er erzählen möchte, wird erst beim Feinschnitt klar, wie er das Der handwerklich-technische Bereich beinhaltet die gesamte technische Begleitung des Endfertigungsprozesses und die korrekte Fertigstellung des Filmes zum vereinbarten Termin. Folgende Aufgaben kommen dabei auf einen Filmeditor zu:

  • Workflow-Besprechungen vor und während des Drehs zur Rückmeldung bereits gedrehter Einstellungen
  • Absprache mit Kamera, Data Wrangler, Schnittassistenz oder Farbkorrektur zur technisch korrekten Verarbeitung verschiedener Bildformate
  • Eventuelles einbringen von Effekten in die Bildebene
  • Bearbeitung des O-Tons. Beinhaltet die technische Überprüfung und den O- Tonschnitt
  • Eventuelle Festlegung der Sprachsynchronisation
  • Dramaturgische Gestaltung der Tonebene
  • Musikschnitt- und Mischung

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Linktipps für den Beruf als Cutter

Berufsbild Cutter – regie.de
Wikipedia: Filmeditor
Steckbrief Filmeditor (PDF) – planet-beruf.de