Berufsbild Kameramann

1. Was ist ein Kameramann?

Der Begriff Kameramann bezeichnet viele unterschiedliche Berufe, die sich folgendermaßen abgrenzen:

- Tätigkeit bei „Laufbildern“ wie zum Beispiel Sportübertragungen und anderen Live-Aufnahmen wie TV-Shows und anderen journalistischen Bereichen.

- Künstlerische Bildgestaltung beim inszenierten Filmwerken. Hierzu zählen Spielfilme, Fernseh- und Videowerke, Serien und Werbung, aber auch der Bereich der gestaltenden Dokumentar- und Industriefilme.

In diesem Artikel gehen wir näher auf das zweite dieser Berufsbilder ein.

Auch im Bereich der Filmwerke bezeichnet der Begriff Kameramann (meint in diesem Zusammenhang natürlich auch Frauen) noch ein riesiges Spektrum an verschiedenen Verantwortungsbereichen. Ein Kameramann ist beispielsweise nicht zwingend die Person an der Kamera. Wenn in Actionszenen viele verschiedene Kameras die gleiche Szene aufzeichnen und dabei den Anweisungen des Chefkameramanns folgen, bezeichnet man diese Aufgabe dann als die des „Schwenkers“.

Der Chefkameramann ist für die Bildgestaltung des Films verantwortlich und ist entsprechend der Größe der Crew der Koordinator verschiedener weiterer Kamerateams.

2. Voraussetzungen für die Tätigkeit eines Kameramanns

In Deutschland gibt es keinen allgemein anerkannten Ausbildungsberuf für Kameraleute. Die Einarbeitung in das Fachgebiet erfolgt in der Regel über verschiedene Praktika bei Filmproduktionen. Allerdings gibt es auch einige Ausbildungsberufe und andere Tätigkeiten, die als Vorlauf für eine Karriere als Kameramann geeignet und empfehlenswert sind. Dazu zählen unter anderem:

  • Ausbildung zum Fotografen
  • Ausbildung zum Lichtbildner
  • Praktikum in einem Filmlabor
  • Praktikum in einem Kopierwerk
  • Praktikum bei einem Geräteverleih zur Ausbildung der technischen Grundkenntnisse

Europaweit gibt es mehr und mehr erfolgreiche Ausbildungsstätten oder Hochschulen mit dem Studiengang „Kamera“. Die praktische Erfahrung gilt es aber auf eigene Faust zu sammeln. Nur so können die komplexen Arbeitsabläufe im kommerziellen Produktionsalltag verinnerlicht werden. Als generelle Voraussetzungen für Kameraleute gelten folgende Punkte:

  • Gutes Sehvermögen
  • Physische und psychische Belastbarkeit
  • Flexibilität
  • Gute Allgemeinbildung
  • Technisches Verständnis
  • Ausgeprägtes Stilgefühl
  • Durchsetzungsvermögen
  • Organisationstalent
  • Führungsqualitäten
  • Kenntnisse über Kunstgeschichte, Theaterwissenschaft und Erfahrungen in anderen künstlerischen Bereichen

Der Aufgabenbereich

Die eigenschöpferische und eigenverantwortliche Bildgestaltung der Filmwerke – immer in Zusammenarbeit mit der Regie – stellt die Hauptaufgabe des Kameramanns dar. Sie umfasst sowohl der künstlerische, als auch die technische Mitarbeit an der Filmherstellung. Der Chefkameramann überwacht und bestimmt im Rahmen des Kamerateams die technischen und gestalterischen Parameter der Aufnahmen. Diese beinhalten ins Besondere die Beleuchtung, die Bildkomposition und die Kameraführung.

Trotz anspruchsvoller Technik hat der Kameramann bei seiner Arbeite großen Spielraum für Interpretationen und eigene kreative Einflussnahmen. Am Beispiel eines Filmdrehs kann man sich den Arbeitsalltag eines Kameramanns gut vor Augen halten:

  • Vorbereitung: Beginnt in der Regel schon Monate vor den Dreharbeiten. Hier werden finanzielle und personaltechnische Entscheidungen getroffen, sowie ein Grundkonzept für die Gestaltung des Films erarbeitet
  • Einarbeitung in das Drehbuch: Entwickeln einer visuellen Struktur und technischen Problemlösungen
  • Einarbeitung in das Drehbuch: Entwickeln einer visuellen Struktur und technischen Problemlösungen
  • Vorgespräche mit der Regie über das Drehbuch, eventuelle Änderungen, stilistische Konzepte, besondere Gestaltungselemente und Darstellercasting
  • Vorgespräche mit der Produktion über Budget, Drehplan, Technik und Personal
  • Vorgespräche mit der Ausstattung über Drehorte, Motive, Bauten, Licht- und Farbgestaltung
  • Vorgespräche mit Kostüm- und Maskenbildner über die Abstimmung von Kostümstoffen und Schminktechniken
  • Motivsuche und –Bestimmung: Auswahl der Schauplätze mit Regie, Ausstattung und Produktion. Festlegung einzelner Einstellungen. Entwicklung von ersten Lichtkonzepten.
  • Bestimmung von technischen Ausrüstung und Labor
  • Bestimmung des technischen Personals
  • Probeaufnahmen von Darstellern, Kostümen, Dekorationen, Bauten, usw.
  • Testaufnahmen zur Überwachung der Kameras, Objektiven, Filmmaterial und Laborarbeiten
  • Drehzeit: Hier erfolgen die Ausgearbeiteten Dreharbeiten von Szene zu Szene – meist in durchmischter und nicht chronologischer Reihenfolge. Je nach Art der Produktion schwankt hier die Dauer stark.
  • Postproduktion: Nach den Dreharbeiten folgt die letzte Produktionsphase, in der Schnitt, sowie Trick- und Spezialeffekte eingearbeitet werden.

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Linktipps für den Beruf als Kameramann

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Berufsbild: Kameramann – berufe-lexikon.de
Kameramann als Beruf – karista.de